Sechs Büros hat er an der Papiermühlestrasse 17v im Laufe der Jahre bezogen. Für sein letztes wollte er bewusst ein kleines – «ohne Besprechungstisch», wie Max Dällenbach mit einem Schmunzeln sagt. «Den brauche ich nicht mehr in meinem letzten Berufsjahr.» Dieses endet am 28. Februar 2026, nach beeindruckenden 32 Jahren in verschiedenen Funktionen beim Kanton Bern.

Die Karriere von Max Dällenbach folgte einer klar definierten Abfolge, wie es für eine militärische Laufbahn gehört. Seinen Einstieg machte er 1994 als Sektionschef der Stadt Thun und Schwendibach im Kreiskommando Thun, wo er die ersten sechs Jahre seiner kantonalen Laufbahn verbrachte. 2001 folgte der Wechsel nach Bern: zunächst als Sachbearbeiter Aushebung und Entlassung im Kreiskommando Bern, später als Assistent des Abteilungsleiters Infrastruktur. 2004 übernahm er die Leitung des Fachbereichs Kreiskommando und wurde stellvertretender Abteilungsleiter Militär. Vier Jahre später, 2008, wurde er zum Kreiskommandanten des Kantons Bern ernannt und führte fortan die Abteilung Militär.
Mit der Reorganisation zur Abteilung Militär, Infrastruktur und Logistik (AMIL) rückte er kurz vor seiner Pensionierung bewusst in die zweite Reihe – und sorgt nun bis Ende Februar 2026 als stellvertretender Abteilungsleiter für einen reibungslosen Wissenstransfer an seinen Nachfolger, welcher ab dem 1. März 2026 auch die Funktion des Kreiskommandanten übernehmen wird.
Max Dällenbach ist ein besonnener und gradliniger Mensch. Das lässt sich auf den ersten Blick erkennen: zum Beispiel an seiner geraden Haltung, dem federnden Gang, wenn er durch die Gänge schreitet. Oder auch an seinem Mittagsritual, bestehend aus dem, nach Möglichkeit, gleichen Tisch in der Cafeteria, dem Thuner Tagblatt und einem Becher Naturjoghurt. Seine Besonnenheit hat er auch seiner Frau Margrit zu verdanken. Wenn ihn etwas aufgeregt oder belastet habe, sei sie stets sein Blitzableiter gewesen. «Dank ihr konnte ich mich schnell wieder beruhigen. Sie hat mich in all den Jahren immer wieder aufgestellt und liebevoll unterstützt.»
«Wir wussten nie, was wir antreffen werden»
Die Unterstützung seiner Frau war immer enorm wichtig. In seinen 32 Jahren im Dienste des Kantons Bern gab es einige prägende Erlebnisse, mit denen Max Dällenbach klarkommen musste. 2001 zum Beispiel übernahm er die undankbare Aufgabe, die Abschaffung der nebenamtlichen Sektionschefs operativ zu begleiten. Die damalige Regierungsrätin Dora Andres entschied 2001, alle nebenamtlichen Sektionschefs zu entlassen, weil der Kanton Bern das bisherige System vollständig abschaffte und durch wenige professionelle Vollzeitstellen ersetzte. Damit wurde eine jahrzehntelange Tradition beendet, was nicht bei allen Sektionschefs gut ankam. Dällenbach musste ihr Material einsammeln und ihre Pendenzen in die neue Organisation integrieren. «Einige warfen uns ihre Sachen regelrecht vor die Füsse. Wir wussten nie, was wir antreffen werden», erinnert er sich. Mit der nötigen emotionalen Empathie wurde auch diese Aufgabe gemeistert.
Die wohl schlimmste Erfahrung in seiner Karriere machte er 2008, als der damalige Amtsvorsteher des BSM, sein Chef und Vorgänger als Abteilungsleiter Militär, Suizid beging. «Das hat mich sehr mitgenommen. Wir haben vier Jahre lang Tür an Tür gearbeitet und hatten ein sehr gutes und enges Verhältnis», erinnert sich Dällenbach.
Aber es gab auch viel Positives, dass ihn geprägt hat. Zum Beispiel die Zentralisierung des Orientierungstages im Kanton Bern. 2003 wurden die fünf OT-Standorte Oberland, Mittelland, Oberaargau, Seeland und Berner Jura aufgehoben. Die Orientierungstage fanden fortan zentralisiert in Bern und Tramelan statt, was vieles erleichterte und professionalisierte. Max Dällenbachs absolutes berufliches Highlight war seine Tätigkeit als Moderator an den Orientierungstagen: «Die Kursleitung und das Moderieren habe ich immer sehr gerne gemacht. Dort kam ich raus aus dem Büroalltag und konnte einen interessanten und auch fordernden Tag mit jungen Menschen verbringen.»
Führen mit Vorbild
Max Dällenbach schätzt klare Strukturen: gut organisiert, sorgfältig abgestimmt und präzise getaktet. Diese Haltung prägte auch seinen Führungsstil. Für ihn bedeutete Führung vor allem, mit gutem Beispiel voranzugehen. Er kannte die Aufgaben seiner Mitarbeitenden genau – und übernahm sie bei Bedarf auch selbst. «Ich wollte immer als Vorbild vorangehen», sagt er rückblickend.
Das Militär hat ihn sehr geprägt und den Militär-Groove konnte er auch zuhause nicht immer ganz ablegen. «Das ist mein Stil, auch wenn ich kein Militärkopf bin, Offizier bin ich und das bringt eine gewisse Grundhaltung mit sich», ist er überzeugt. Max nimmt Abmachungen sehr wichtig und mag es, sich an verbindliche Vorgaben halten zu können. Spontanität liegt ihm weniger: «Ich habe einen Takt im Kopf, nachdem ich funktioniere. Das war im Berufsleben von Vorteil, sollte ich nach der Pensionierung neu überdenken», erklärt er selbstkritisch und mit einem Lächeln im Gesicht.
«Chüngele», Boogie-Woogie und mehr Spontanität

Seine Frau Margrit helfe ihm dabei, etwas spontaner zu werden. Gemeinsam haben Max und Margrit vier Kinder aufgezogen, drei Söhne und eine Tochter. Was mittlerweile zu sieben Grosskinder im Alter von zwei bis acht Jahren geführt hat, die sie in ihrem Haus in Oppligen regelmässig hüten. Auch sie sorgen natürlich für mehr Spontanität: «Mit den Kindern gibt es immer viel Action und Unvorhergesehenes». Die Kinder lieben es, mit ihrem Ätti zu «chüngelen», sich gemeinsam um die Grosskaninchen der Rasse französischer Widder zu kümmern. Und auch sonst gebe es für sie rund ums Haus immer viel zu entdecken. Mit seiner Frau fährt er gerne E-Bike und tanzt Boogie Woogie – auch dafür bleibt nun mehr Zeit. Aber das Wichtigste ist: «Ich will lernen, spontaner zu werden!»
Nadia Ingenhoff